Hallo und moin, Manu.
ich bin wie alle wissen auch einer der bösen Pfleger von "Qualzuchten"- meine Parrots sind prächtig gefärbte, vom Wesen ruhige und sehr aktive Tiere, die in Ihrem Verhalten und auch in der Beweglichkeit Ihren nicht "verkrüppelten" Verwandten Amphiloohus citrinellum in nichts nachstehen.
Sie vollziehen ein völlig normales Brutgeschäft, zwar wie bekannt erfolglos, da sie mit einem lethalen Erbfaktor behaftet sind, der bei Verdoppelung (Paarung Parrot mal Parrot) keinen fruchtbaren Laich zuläßt. Bei einer Verpaarung mit einem nicht deformierten Amphilophus gibt es lauter kleine Citrinellums mit dem Erbfaktor für Parrot. Über diese Träger ist eine gezielte Zucht möglich, Zauber aus dem Reagenzglas ist da überhaupt nicht nötig wie vielfach behauptet.
Wie ich an anderer Stelle bereits schrieb, können offensichtlich die Papageibarsche einen Citrinellum nicht von Ihresgleichen unterscheiden, genausowenig die Citrinellume einen Parrot, sowohl die Parrots als auch die Citrinellums interessieren sich in meiner Gruppe füreinander und das Brutgeschäft wird mit bunt wechselnden Partnern vollzogen. Gebalzt wird auch wie wild egal wer nun wer ist- ein Geschehen wie im besten Swinger-Club.
Guckst Du hier:
http://www.aquaristik-treffpunkt.eu/wbb/index.php?page=Thread&postID=48302#post4830
Dominant sind hierbei in dem Aquarium ein sehr großes Parrot-Männchen und der große Citrinellum- Mann. Es kommt auch nur zu kleinen Rangelein, oft nur unter den Weibchen, die Männchen respektieren einander und drohen nur, zerrissene Flossen, Beißerei oder Versteckte Tiere ängstlich in der Ecke gibts nicht. Bei dem Becken habe ich mir die Eigenheit von Zitronenbuntbarschen zunutze gemacht, daß sie in der Gruppe gehalten auf begrenztem Raum friedfertiger miteinander umgehen als zum Beispiel ein einzelnes Paar unter andern größeren Bubas.
Es wurde die Frage nach der Entstehung gestellt... ursprünglich sollen die Parrots aus Amphilopus labiatum entstanden sein, ich halte sie jedoch für eine Mutation, die aus A. Citrinellum zurückgeht, bewiesen ist da noch nichts da beide möglichen Ursprungsvarianten den gleichen Ursprung haben und genetisch fast identisch sind.
Warum sind Parrots andernorts beliebt?
Und was an einer Veränderung schlimm sein soll, die der Betroffene Fisch selbst nichtmal bemerkt verstehe ich nicht.

wozu überhaupt diese Veränderung?
Die entstandene Mutation entspricht genau dem nicht besonders in Asien beliebten "Kindchen- Schema" des Aussehens wie ein Kleinkind: verhältnismäßig großer Kopf, große leuchtende Augen und ein "Lächeln" im Gesicht. Dazu bunte Farben (auch von natur ungefärbt von dunkel- orange, leuchtend gelb, weiß und rosa und auch mit schwarz oder weiß gescheckt. Dazu sind sie pflegeleicht, robust und werden sehr alt (bis 13 Jahre laut mir bekanntern Angaben). Und welcher im Wohnraum ohnehin meist beengte Asiate möchte schon jeden Monat mehrere hundert Jungtiere schwimmen haben? Sie sind also für den Kulturkreis aus dem sie stammen die idealen Pfleglinge.
Laut meinen eigenen mehrjährigen Beobachtungen bei Besuchern, die aquaristisch nicht vorbelastet und unbefangen sind, reagiern besonders die weiblichen Betrachter sehr den Parrots zugetan und finden sie "süß", "niedlich", bewundern die Farben und sind kaum vom Aquarium wegzukriegen. Durch das oben genannte Kindchenschema scheinen sie mütterliche Gefühle zu wecken, das alles sind Argumente, warum die Tiere eben auch ihre Freunde und nicht nur Gegner haben. Dies Bild von einem meiner Weibchen spricht doch für sich, oder?
Wenn ihr wüßtet wie viele Parrots in deutschen Aquarien verschämt nicht öffentlich in Foren gezeigt werden...

- geheim!
Du würdest Dich wundern. Auch bei "erfahrenen" Aquarianern, die sich ein paar der Tiere halten. Die sind dann oft "Mamas Lieblinge",und -werden aufgrund der Qualzucht- Schreierei verleugnet. Da ich meine schon seit Jahren zeige und auch über sie berichte, bekomme ich regelmäßig Zuschriften, vom Gesuch über Haltungsfragen bis zu interessanten (auch erfolgreichen) Paarungen der Parrots mit artfremden Partnern von Interessierten. Ich bin nicht allein.
Ein solches Gewese um die Zuchtform eines bestimmten Zierfisches gibt es nur in Deutschland, nirgendwo sonst wird soviel Theater gemacht, Ich möchte meine kleinen Buckligen jedenfalls nicht missen und bin aufgrund meiner EIGENEN Beobachtungen überzeugt davon, daß sie weder leiden noch ein gequältes Leben führen. Ich halte seit 35 Jahren süd- und Mittelamerikanische Barsche von 6-35cm und habe und hatt reichlich Vergleichsmöglichkeiten zum Verhalten und Beurteilung der Lebensqualität meiner "Krepeligen"...
Leider können die Fische nicht sprechen.
Wenn
meine sprechen könnten würden sie Euch sagen: "Es geht uns gut!" und würden sich etwas mehr Toleranz und Aufgeschlossenheit unter Aquarianern wünschen.
MfG